Akita Inu und Amerikanischer Akita sind nicht zwei Varianten einer Rasse, sondern zwei Rassen mit eigenen Standards: Der Akita Inu ist FCI Nr. 255, der Amerikanische Akita FCI Nr. 344. Beide haben gemeinsame Vorfahren aus der japanischen Präfektur Akita, entwickelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg aber getrennt, jeder auf seinem Kontinent. Am leichtesten erkennt man den Unterschied an Kopf, Farbe und schwarzer Maske.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | Akita Inu | Amerikanischer Akita |
|---|---|---|
| Standard | FCI Nr. 255 | FCI Nr. 344 |
| Entwickelt in | Japan | USA, aus Hunden aus Japan |
| Größe Rüden | 67 cm (±3 cm) | 66 bis 71 cm |
| Größe Hündinnen | 61 cm (±3 cm) | 61 bis 66 cm |
| Kopf | breite Stirn, Fang verjüngt sich, aber nicht spitz | massig, von oben ein stumpfes Dreieck, Fang breit und tief |
| Farben | Rot, Sesam, Gestromt, Weiß | fast jede, auch gescheckt (Pinto) |
| Schwarze Maske | disqualifizierender Fehler | erlaubt |
| Urajiro | Pflicht, außer bei Weiß | nicht verlangt |
| Wesen laut Standard | ausgeglichen, treu, gehorsam, aufnahmebereit | wachsam, würdevoll, mutig |
Keiner der beiden Standards schreibt ein Gewicht vor.
Warum es zwei Akitas gibt
Bis zum Zweiten Weltkrieg ist die Geschichte gemeinsam. In der Präfektur Akita halfen mittelgroße Hunde bei der Bärenjagd, später wurden sie mit Tosas und Mastiffs gekreuzt, und 1931 wurde der Akita zum Naturdenkmal Japans erklärt. Der Krieg hätte die Rasse fast ausgelöscht, und manche Züchter kreuzten ihre Hunde mit Deutschen Schäferhunden, um sie vor der Beschlagnahme zu retten. Mehr dazu lesen Sie im Rasseporträt.
Nach dem Krieg war in Japan kurzzeitig die Dewa-Linie sehr beliebt, deren Hunde den Einfluss von Mastiff und Deutschem Schäferhund zeigten. Genau solche Hunde brachten amerikanische Soldaten in die USA. Amerikanische Züchter entwickelten diesen Typ weiter, und japanische und amerikanische Ahnentafeln wurden lange nicht gegenseitig anerkannt, sodass keine neuen Hunde aus Japan in die amerikanische Zucht kamen. Laut FCI-Standard hat der Amerikanische Akita seinen Typ seit 1955 beibehalten.
In Japan ging der Weg in die andere Richtung. Die Züchter kreuzten ihre Hunde mit Matagi-Akitas, dem ursprünglichen Jagdtyp, und entfernten nach und nach die fremden Einflüsse. So entstanden zwei Rassen: eine näher am ursprünglichen Spitz aus den Bergen von Akita, die andere schwerer und massiger.
Woran man sie unterscheidet
Der Kopf. Das ist das sicherste Merkmal. Der Amerikanische Akita hat einen massigen Kopf, der von oben wie ein stumpfes Dreieck aussieht, mit breitem, tiefem Fang. Der Akita Inu hat eine breite Stirn und einen mittellangen Fang, der sich zur Spitze hin verjüngt, sodass der Kopf leichter wirkt.
Augen und Ohren. Beim Akita Inu sind die Augen fast dreieckig, weil der äußere Augenwinkel ansteigt, und die Ohren sind dick, aufrecht und nach vorn geneigt. Die Ohren des Amerikanischen Akita sind im Verhältnis zum Kopf klein und folgen von der Seite gesehen der Linie des Halses.
Körperbau. Der Amerikanische Akita ist schwerer, mit stärkeren Knochen und tieferer Brust. Das Verhältnis von Widerristhöhe zu Körperlänge beträgt bei Rüden 9 : 10, beim Akita Inu 10 : 11, der deshalb etwas gestreckter und leichter wirkt.

Farben: die häufigste Ursache für Verwechslungen
Der Akita Inu darf nur rot, sesamfarben, gestromt oder weiß sein, und alle Farben außer Weiß müssen Urajiro haben, helles Haar an Wangen, Hals, Brust, Bauch und Innenseite der Läufe. Schwarze Maske und Abzeichen auf weißem Grund sind bei ihm disqualifizierende Fehler. Jede Farbe beschreiben wir im Artikel Akita Inu Farben.
Der Amerikanische Akita darf fast jede Farbe haben: rot, falb, weiß, gestromt oder gescheckt (Pinto), mit oder ohne Maske. Die Unterwolle darf eine andere Farbe haben als das Deckhaar. Der Standard schließt nur Merle und Leberfarbe aus.
Die Regel ist deshalb einfach: Hat ein Hund eine schwarze Maske oder große Flecken auf weißem Grund, ist er kein Akita Inu nach dem Standard. Auch rote Amerikanische Akitas haben meist eine dunkle Maske, ein Blick ins Gesicht genügt also.

Unterscheiden sie sich im Wesen
Die Standards beschreiben das Wesen mit unterschiedlichen Worten. Beim Akita Inu sind es Ausgeglichenheit, Treue, Gehorsam und Aufnahmebereitschaft. Beim Amerikanischen Akita nennt der Standard Wachsamkeit, Würde und Mut und fügt hinzu, dass er stark auf andere Hunde reagieren kann, besonders auf gleichgeschlechtliche.
Im Alltag sind beide Rassen eng an ihre Familie gebunden, selbstständig und Fremden gegenüber zurückhaltend. Keine ist ein Hund für jeden, und beide brauchen frühe Sozialisierung und konsequente Erziehung. Wie der Akita Inu mit Menschen, Kindern und anderen Hunden lebt, beschreiben wir im Artikel Akita Inu Charakter.
Worauf Sie bei der Welpensuche achten sollten
In Anzeigen werden oft „Akitas“ ohne Rassebezeichnung angeboten, manchmal auch „schwarze Akita Inus“ oder Akita Inus mit Maske. Prüfen Sie vor dem Kauf:
- ob in der Ahnentafel die genaue Rasse und die Standardnummer steht, FCI 255 für den Akita Inu und FCI 344 für den Amerikanischen Akita
- ob die Ahnentafel von einem Verband ausgestellt wurde, der Mitglied der FCI ist
- ob die Elterntiere dem Standard der Rasse entsprechen, die Sie kaufen
Da es getrennte Rassen sind, ist ein Welpe aus einer Verpaarung von Akita Inu und Amerikanischem Akita keine der beiden Rassen, sondern ein Mischling.